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Gleichstellungs-Gesetz

Die folgende Vision wurde anlässlich der Behandlung des Gleichstellungs-Gesetzes des Nationalrates am 18. Juni 2002 im Echo der Zeit von Radio DRS gelesen. Ich darf sie mit freundlicher Genehmigung der Schriftstellerin Ursula Eggli in meiner Homepage plazieren. Lesen Sie die Vision. Es lohnt sich.

Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem Ruth Breitenmoser zur Bundesrätin gewählt wurde!

GLEICH-STELLUNGS-GESETZ

Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem Ruth Breitenmoser zur Bundesrätin gewählt wurde. Ein Freudentag! Lange, lange hat es zwar gedauert, bis es endlich so weit war, aber ich habe immer daran geglaubt, dass wir siegen würden. Damals hielt Ruth ihre legendäre Rede, die von allen Fernsehstationen übertragen wurde. Blitzgescheit ist sie, unsere Ruth. Sie hatte ja auch als Kind genügend Zeit, kühne und globale Ideen zu entwickeln. Damals, als Ruth jung war, steckte man behinderte Kinder noch in sogenannte Schulheime, fern von Zuhause und den anderen Kindern . Unglaublich hinterwäldlerische Idee !

Ich sehe Ruth noch vor mir, wie sie zusammen gekrümmt in einem dieser regenbogenfarbenen Rollstühle sass, die kurz darauf gross in Mode kamen. Auf beiden Seiten standen zwei wunderschöne Schauspielerinnen, die Ruth’s Rede in Laut- und Gebärdensprache übersetzten. Ruth ist ja so schwer sprachbehindert, dass nur ihre engsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sie verstehen.

Nun ja, und dann hat Ruth sich als erstes stark gemacht für das Nichtbehinderten-Gleichstellungsgesetz. Höchste Zeit, dass Nichtbehinderte den Behinderten gleichgestellt wurden. Ruth vertritt die Meinung, dass sie sich nicht nur für ihre eigenen Interessen und die der behinderten Menschen einsetzen will, sondern für das Allgemeinwohl. Natürlich gibt es gewisse Unterschiede zwischen behinderten und nicht behinderten Bürgern, das versteht sich von selbst. Ein Mensch im Rollstuhl benötigt eine grössere Wohnung als ein Direktor, der ohnehin den ganzen Tag in seinem schönen Büro hockt. Und eine Alters-WG kann einen Swimming-Pool besser ausnützen, als die Professoren-Familie, deren Mitglieder ihren Studien nachgehen. Doch viele der Privilegien der behinderten Menschen hat Ruth durch das Gesetz allen zugänglich gemacht. Zum Beispiel die Rollstühle. Heute hat doch einfach Jeder und Jede einen schicken oder sportlichen Rollstuhl und viele als Zweitroller einen Elektro. Wenn man denkt, dass früher alles von Autos verstopft und verpestet war...

Die Einführung von Rollstühlen als Verkehrsmittel war wirklich der ganz grosse Hit. Auch, dass überall, in beinahe allen Ländern, die Gebärdensprache eingeführt wurde, hat sehr zum Verständnis unter den Völkern beigetragen. Und seit die WM weltweit im Rollstuhl ausgetragen wird, haben auch wir Schweizer wieder eine Chance. Dadurch, dass wir mit dem Nichtbehinderten-Gleichstellungsgesetz eine Vorreiterrolle eingenommen haben, hatte unsere Menschschaft einen Trainingsvorsprung und wird gewiss dieses Jahr die Weltmeisterschaft gewinnen. Das Gleichstellungsgesetz brachte eigentlich allen nur Vorteile.

Ursula Eggli

Zoom (57KB)

Viele Jahre kämpfte Ursula Eggli für die Gleichstellung von Behinderten

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